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Wissenschaftliche Unterstützung der Normungsarbeit durch das IKK

Wissenschaftliche Unterstützung der Normungsarbeit durch das IKK

© Nico Niemeyer

Normung ist ein integraler Bestandteil von Wertschöpfungsketten zur Etablierung und Regelung von Prozessen, Materialien und Bauteilen. Auch für das Kunststoffrecycling sind Standards zur Regelung der Stoffströme und Bewertung der Prozessrouten sowie der resultierenden Materialien eine unabdingbare Basis. Die Normen für das Kunststoffrecycling sind jedoch noch lückenhaft und mit einigen Herausforderungen verbunden. Als Beispiele genannt werden können hier diverse und teilweise unbekannte Inputströme aus Industrieabfällen oder vom Verbraucher sowie unterschiedliche mechanische, physikalische und chemische Recyclingrouten. Auch unterschiedliche Abfallentsorgungssysteme mit aufgeteilten Verantwortlichkeiten spielen eine Rolle. Deshalb sieht das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik neben der Entwicklung von hochwertigen Kunststoffrezyklaten und effizienten Recyclingprozessen einen besonderen Bedarf in der Ausarbeitung von Normen für das Kunststoffrecycling. Eine einheitliche Terminologie, standardisierte Vorgaben zur Qualität und zum Umfang der technischen Daten zu Kunststoffrezyklaten stellen eine unentbehrliche Basis zur Etablierung einer nachhaltigen nationalen und internationalen Kreislaufwirtschaft dar.

In diesem Zusammenhang unterstützt das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik IKK als wissenschaftliche Einrichtung die Normungsaktivitäten des Deutschen Instituts für Normung e.V. in diesem Bereich. Das IKK ist Mitglied von zwei Normungsausschüssen, dem NA 054-03-01 "Kunststoffe und Umweltaspekte" und dem NA 054-03-03 "Recycling von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft". Dabei erarbeiten die Expertinnen und Experten der Normenausschüsse Spezifikationen und Technische Berichte für die Erfassung, Sortierung und Verwertung von Kunststoffabfällen. Dies beinhaltet Schwerpunkte, wie Terminologie, Charakterisierung von Rezyklaten sowie Betrachtung der geeigneten Prüfverfahren, als auch die Verfahren zur Probennahme, Probenvorbereitung und Analytik.

Darüber hinaus ist das IKK für die wissenschaftliche Konsortialleitung der seitens cirplus GmbH initiierten DIN SPEC 91446 "Standards für den (internetbasierten) Handel mit und Verarbeitung von Kunststoffabfällen und Rezyklaten" verantwortlich. Gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten aus Verbänden, Wissenschaft und insbesondere Wirtschaft erarbeitet das DIN SPEC Konsortium Regelungen für:

  • die eindeutige Einstufung von Kunststoffabfällen nach Stoffstrom und Grad der Zirkularität (post-consumer, post-industrial/pre-consumer, post-commercial);
  • (Mindest-)Qualitäten je nach Anwendungsfall des Rezyklats ("Qualitätsbänder");
  • die Kennzeichnung von Rezyklatanteil und -art in Regranulate und Compounds;
  • die Prozesse zur Handhabung von Kunststoffabfällen und Rezyklaten (Erfassung, Beprobung, Verarbeitung etc.)

Damit ist der Technologietransfer im Bereich des Kunststoffrecyclings aus der Wissenschaft in die Wirtschaft sichergestellt.

Ansprechpartner IKK
Dr. Madina Shamsuyeva
Tel: (0511) 762-18345
E-Mail: shamsuyeva@ikk.uni-hannover.de

Weitere Informationen zum Thema Normungsaktivitäten des IKK: