ForschungMedizintechnik
Entwicklung eines Modells zur Planung und Steuerung von Operationszentren

Entwicklung eines Modells zur Planung und Steuerung von Operationszentren

E-Mail:  pm@ifa.uni-hannover.de
Jahr:  2013
Datum:  12-12-13
Förderung:  DFG
Laufzeit:  08/2013 - 07/2016
Ist abgeschlossen:  ja

Das Umfeld deutscher Krankenhäuser ist in den letzten Jahren einerseits durch einen stetig steigenden Kosten- und Wettbewerbsdruck und andererseits durch eine Erhöhung der Versorgungs- und Leistungsdichte gekennzeichnet. Die oftmals angespannte finanzielle Situation zwingt deutsche Krankenhäuser, Kostensenkungsmaßnahmen umzusetzen und die Effizienz zu steigern. Einen zentralen Hebel stellt hierbei die Planung und Steuerung des Operations-Bereichs (OP-Bereich) dar. Es fallen durchschnittlich 40 % bis 46 % der Aufwendungen für die Behandlung eines operativen Patienten am Tag des Eingriffs an. Dieses stellt eindrucksvoll die Bedeutung des OP-Bereichs für den wirtschaftlichen Erfolg eines Krankenhauses dar. Der Patientenlogistik wird in diesem Zusammenhang nach einer aktuellen Studie von über 91 % der befragten Krankenhäuser eine hohe Bedeutung und somit eine Schlüsselfunktion zugesprochen. Insbesondere im Bereich Terminierung wird Handlungsbedarf gesehen, um nachhaltig die Wirtschaftlichkeit zu steigern und Wettbewerbsvorteile generieren zu können. Weiterhin gilt, dass eine hohe Termineinhaltung hinsichtlich geplanter OP-Termine das subjektive Wohlempfinden des Patienten und somit das Image des Krankenhauses nachhaltig verbessert.

Die OP-Planung und -Steuerung sieht sich allerdings mit einer Vielzahl komplexer Rahmenbedingungen konfrontiert, die sich teils deutlich von denen in einer industriellen Produktion unterscheiden. So kommen bspw. 10 - 30 % der Patienten ungeplant ins Krankenhaus und müssen sofort, d. h. innerhalb von 8 oder 24 Stunden behandelt werden. Die Art und Schwere des Krankheitsbildes ankommender Patienten ist ebenfalls nicht bekannt.

Das Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines allgemeingültigen Modells zur effizienteren Planung und Steuerung von Operationszentren (OP-Zentren) in Krankenhäusern. Um die Ziele der OP-Planung und –Steuerung zu erreichen, werden Modelle entwickelt, die Wirkzusammenhänge auf Basis des industriell-bewährten Modells der Fertigungssteuerung nach Lödding zwischen Steuer- und Regelgrößen beschreiben. Darüber hinaus werden Steuerungsverfahren entwickelt, die an die sehr komplexen Rahmenbedingungen eines OP-Zentrums, wie z. B. die hohe Anzahl nicht-geplanter Patienten und die komplexen Zusammenhänge aller Rollen innerhalb des OP-Bereichs, angepasst sind. Durch eine Vielzahl im Modell hinterlegter Verfahren ist eine individuelle Konfiguration des Modells für unterschiedlichste Rahmenbedingungen möglich.